© Frank Scheffka/DKJS

Aktuelles
05.07.2018 Meldungen

Integration in Delmenhorst

Delmenhorst habe Zuwanderung in seiner DNA – mit diesem Satz begrüßt Christoph Jankowski, Fachdienstleiter Stadtentwicklung und Statistik in der Delmenhorster Stadtverwaltung, die Teilnehmenden der Hospitation in Delmenhorst. Verwaltungsmitarbeitende aus dem Bereich Soziales, Bildungs- und Ehrenamtskoordination und Quartiersmanagement sind aus verschiedenen deutschen Kommunen angereist. Ziel der Hospitation war es, die enge Verzahnung der haupt- und ehrenamtlichen Integrationsarbeit in Delmenhorst kennenzulernen und Impulse für die kommunale Vernetzung zu erhalten. Wie werden Aufnahme, Eingliederung und Teilhabe von und mit zugewanderten Menschen in Delmenhorst angegangen? Was funktioniert gut und welche Herausforderungen gilt es zu bewältigen? Diese Fragen standen im Fokus der Hospitation.

Vertrauen in der Nachbarschaft aufbauen

Wie Integration in Delmenhort gelebt wird, konnten die Teilnehmenden der Hospitation im Stadtteil Düsternot erleben. Dort hat die Gemeinwesensarbeit bereits eine lange Tradition. Dieser Stadtteil, so Oberbürgermeister Axel Jahnz, sei bereits seit den 1960er Jahren aufgrund der geringen Mieten ein typischer Ankunftsort in Delmenhorst. Der Stadtrundgang beginnt beim Nachbarschaftsbüro vom Diakonischen Werk. Die Mitarbeitenden des Nachbarschaftsbüros unterstützen Anwohnerinnen und Anwohner bei eigenen Projekten, moderieren bei entstehenden Konflikten und vernetzen die verschiedenen Akteure im Stadtteil untereinander. Von dort aus geht es in den Hinterhof eines Wohnblocks. Dort, so erzählt eine Mitarbeiterin des Nachbarschaftsbüros, habe das sogenannte Café Bollerwagen seinen Anfang genommen. „Wir wollten ein integratives Café eröffnen, doch niemand kam. Also haben wir Kaffee, Kekse und Kuchen in einen Bollerwagen gepackt und haben versucht, die Menschen aus ihren Wohnungen zu locken. Nach und nach fassten die Menschen Vertrauen und mit der Zeit kamen regelmäßig an die 30 Personen zu uns“. Einer der Partner des Nachbarschaftsbüros ist die Kirchengemeinde „Zu den zwölf Aposteln“. Gerade zu Beginn der erhöhten Migration etablierte sich die Gemeinde als ein Zentrum des ehrenamtlichen Engagements im Stadtteil – unter anderem mit vielen Sprachkursen. Nach einer Besichtigung des Kinder- und Jugendhauses, wo Kinder und Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund ein BMX Parkour gebaut haben, kommen die Teilnehmenden zum abschließenden Gespräch zusammen. Das Besondere in Delmenhorst, so der Tenor, sei, dass man sich hier auf Augenhöhe begegne und es eine produktive Kommunikationskultur zwischen allen Akteuren gäbe.

Nach oben Zurück zur Übersicht