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14.02.2018 Meldungen

Wie junge Geflüchtete ihr Ankommen wahrnehmen

Im Rahmen der Studie „Ankommen nach der Flucht. Die Sicht begleiteter und unbegleiteter junger Geflüchteter auf ihre Lebenslage in Deutschland“ befragten die Autorinnen vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) über 100 begleitete und unbegleitete minderjährige Geflüchtete im Alter von 14 und 18 Jahren. Trotz der heterogenen Gruppe ermittelten Claudia Lechner und Anna Huber durch die Interviews gemeinsame Problemlagen der Jugendlichen.

Schulbesuch gehört zum normalen Leben

Die Autorinnen stellen fest, dass die schulische sowie berufliche Bildung für alle befrag-ten Jugendliche sehr wichtig ist. Ihre Vorstellung von einem normalen Leben beinhaltet den Besuch einer Schule oder die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit. Zu der eigenen Motivation kommen, so die Studie, „Erwartungen anderer, wie die der Familie, aber auch der Aufnahmegesellschaft“ hinzu: etwa l das schnelle Erlernen der deutschen Sprache. Einige der befragten Jugendlichen berichten jedoch, dass die Bedingungen in den Unter-künften, wie Lärm und nicht vorhandene Rückzugsräume, das Lernen erschweren. Hinzu komme, dass nicht alle Jugendlichen einen Schulplatz haben und sich daher benachteiligt, ausgegrenzt und vernachlässigt fühlen.

Selbstständigkeit trifft auf Fremdbestimmung

Jugendliche, die alleine nach Deutschland geflüchtet sind, verfügen über ein hohes Maß an Selbstständigkeit. Zudem versuchen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge den Erwar-tungen an sie hinsichtlich des Familiennachzugs gerecht zu werden. Und auch junge Ge-flüchtete, die gemeinsam mit ihrer Familie angekommen sind, übernehmen oft große Ver-antwortung. So begleiten sie ihre Familien zu Ämtern und Behörden oder Ärzten, um zu übersetzen. Dieser Selbstständigkeit, so die Studie, stehen „viele Momente der Fremdbe-stimmung“ gegenüber. Zudem fehle es den Jugendlichen an ausreichend Informationen, um individuelle Verantwortung übernehmen zu können.

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