09.10.2018 Fachtag , Berlin

Bilanzveranstaltung: Bildung und Teilhabe für geflüchtete Kinder und Jugendliche

© Willkommen bei Freunden/Dirk Beichert BusinessPhoto

In drei Jahren Programmlaufzeit wurden durch das Bundesprogramm „Willkommen bei Freunden – Bündnisse für junge Flüchtlinge“ Veränderungsprozesse in über 80 Kommunen intensiv begleitet und es wurde mit Akteuren an weiteren 150 Standorten zusammengearbeitet. Ausgangspunkt des im Jahr 2015 gestarteten Programms war die Vision, geflüchtete Kinder und Jugendliche darin zu unterstützen, ihr Grundrecht auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe auszuüben.

Beim Transferforum zur Programmbilanz stehen die drei zentralen Themenfelder Kinderschutz, Bildung und Partizipation von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung im Vordergrund: Wie muss ein geschütztes und sicheres Umfeld aussehen, damit geflüchtete Kinder und Jugendliche ihre Potentiale entfalten können? Wie können Zugänge zu Ausbildung und Arbeit für junge Erwachsene mit Fluchterfahrung ermöglicht und ihre Begleitung gewährleistet werden? Und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit sie ihr eigenes Umfeld sowie gesellschaftliche Prozesse aktiv mitgestalten können?  

Zu diesen und weiteren Fragen stellt Ihnen das Transferforum gelungene Praxisansätze vor und bietet die Gelegenheit zum Austausch von Erfahrungen und über notwendige nächste Schritte.

Moderation: Daniel Finger

Überblick

Datum

Dienstag, 09. Oktober 2018, von 09:30 Uhr bis 16:00 Uhr

Anmeldungen möglich bis

Sonntag, 16. September 2018

Veranstaltungsort

Kalkscheune
Johannisstraße 2
10117 Berlin

Der Veranstaltungsort ist teilweise barrierefrei. Bitte teilen Sie uns nach Ihrer Anmeldung in einer E-Mail mit, was Sie benötigen, um teilzunehmen. Wir unterstützen Sie gerne.

Veranstalter

Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

Kontakt

Kosten

Die Veranstaltung ist kostenlos. Reise- und Übernachtungskosten tragen die Teilnehmenden.
Falls eine Übernachtung benötigt wird, empfehlen wir das Motel One Berlin-Mitte.

Dienstag, 09. Oktober 2018

09:30 – 10:00 Uhr Ankommen

10:00 – 10:15 Uhr Begrüßung

Caren Marks, Parlamentarische Staatsekretärin beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend


10:15 – 11:25 Uhr Podiumsgespräch

Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Dr. Heike Kahl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, im Gespräch mit Akteurinnen und Akteuren aus kommunalen Bündnissen für junge Geflüchtete.


11:25 – 11:45 Uhr Kaffeepause

11:45 – 13:30 Uhr Arbeitsphase

Vom Einwanderungsland zur zukunftsfähigen Einwanderungsgesellschaft
Impulsvortrag zu den Grundlagen von Diversity

Um eine zukunftsfähige Einwanderungsgesellschaft zu gestalten, die Vielfalt als gesellschaftliches Potenzial wertschätzt und deren Anerkennung bewusst fördert, braucht es ein Bewusstsein für bestehende strukturelle Diskriminierung und Zugangsbarrieren. Dabei bildet die Auseinandersetzung mit eigenen Privilegien sowie etablierten Machtverteilungen die Grundlage für vorurteilsbewusstes Handeln. Der Impulsvortrag liefert die Grundlagen für das Verständnis von Formen und Dimensionen der Diskriminierung, bestehenden Machtverhältnissen sowie Ansätzen, die sich kritisch damit auseinandersetzen. Ziel ist es, das Bewusstsein der Teilnehmenden für die eigenen Handlungsspielräume zu erweitern und konkrete Anregungen für den Berufsalltag mitzugeben.

Žaklina Mamutovic, Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V.

YOUNG MIGRANTS - Perspektiven für eine Gesellschaft der Vielen
Im Gespräch mit den Autor*innen des youngmigrants.blog

Eigensinnigkeit und Offenheit sind zentrale Stichworte in diesem Blogprojekt. Anders als in vielen Ansätzen der Jugendbildung und -partizipation werden Jugendliche hier nicht in vorhandene Teilhabesettings eingegliedert. Vielmehr liegt die Definitionshoheit um die Perspektiven bei den jungen Autor*innen, die zu selbst gewählten Themen Blogbeiträge verfassen. Denn sie verfügen über ein spezifisches Wissen: Sie alle haben eigene Erfahrungen mit Rassismus und gesellschaftlichen Stigmatisierungen gemacht. Im youngmigrants.blog, der im Januar 2017 mit 40 jungen Menschen startete, weisen die Autor*innen festgeformte und alltägliche Zuschreibungen rund um Migrationshintergründe, Kultur, Gender und vieles mehr zurück. Sie setzen damit sowohl aktuellen politischen Entwicklungen als auch offen rassistisch geprägten Diskursen eigensinnige und mehrsprachige Perspektiven der Vielen entgegen und eignen sich den digitalen Raum an. 

In einem partizipativen Format kommen Sie als Teilnehmende*r mit den Autor*innen und den Initiator*innen des Blogs ins Gespräch. Gemeinsam gehen wir u. a. folgenden Fragen nach: Wie funktioniert der Blog? Unter welchen Bedingungen kann dieser dauerhaft bestehen? Wie ist der Umgang mit mehrsprachigen Texten? Wie schlagen sich die alltäglichen Erfahrungen der Blogger*innen in ihren Beiträgen nieder? Was verändert sich durch ihn für die jungen Blogger*innen? Welche Ideen und Ansätze können kommunale Akteure für ihre Arbeit mitnehmen?  

Ann-Katrin Lebuhn, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Koordinatorin Jugendbildung
Massimos Perinelli, 
Rosa-Luxemburg-Stiftung, Referent für Migration
Ageed Mohammad, Autor des Youngmigrants.blog
Bahar Oghalai, Autorin des Youngmigrants.blog
Vincent Bababoutilabo, 
Autor des Youngmigrants.blog
Elona Kastrati, 
Autorin des Youngmigrants.blog

Unterstützung für Betroffene von Handel mit minderjährigen und volljährigen Menschen
Aufbau eines Netzwerks zur Begleitung von Betroffenen mit Fluchterfahrung am Beispiel der Stadt Nürnberg

Im Spätsommer 2017 entschloss sich die Stabsstelle Menschenrechtsbüro und Frauenbeauftragte der Stadt Nürnberg gemeinsam mit  „Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge“ die Zusammenarbeit im Bereich der Prävention von Menschenhandel und der Begleitung von betroffenen Geflüchteten neu zu strukturieren. Ziel war es, hierdurch den Zugang zu regionalen Unterstützungsangeboten für Menschen mit Fluchterfahrung zu erleichtern. Der Nürnberger Arbeitskreis identifizierte Asylsozialberatende, Betreuende in Einrichtungen für unbegleitete Minderjährige, Vormünder und Anhörer*innen des BAMF als entscheidende Vermittelnde, damit Betroffene schneller Unterstützung erhalten. Für diese Zielgruppe konzipierten Mitglieder des Arbeitskreises zusammen mit  „Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge“ und Ecpat Deutschland Sensibilisierungsworkshops. In diesen erfuhren die Teilnehmenden, welche Formen des Menschenhandels es gibt und welche Besonderheiten der Handel mit Kindern aufweist. Darüber hinaus stellte der Arbeitskreis sich in den Workshops vor, die Teilnehmenden tauschten sich aus und vernetzten sich über die Professionen hinweg. 

Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen können nur greifen, sofern Menschen mit Fluchterfahrung mit diesen in Kontakt kommen. Welche Ansätze gibt es, dafür zu sensibilisieren, dass Menschen fluchtbedingt besonders gefährdet sind, Menschenhandel zum Opfer zu fallen? Welche Wege können gegangen werden, um die Vernetzung auf kommunaler Ebene zu verbessern und Menschen mit Fluchterfahrung den Zugang zu Hilfsangeboten zu erleichtern? Diese Fragen werden wir im Workshop anhand der Handlungsstrategie des Nürnberger Arbeitskreises Menschenhandel diskutieren. 

Dr. Dorothea Czarnecki, Ecpat Deutschland 
Christine Burmann, Stadt Nürnberg, Koordinatorin des Arbeitskreises Menschenhandel 
Sabine Weimert, jadwiGa Fachberatungsstelle 

Strukturen der Betreuung Unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter nachhaltig nutzen
Am Beispiel der Konzeption des Integrationszentrums Kinder – und Jugendhaus (IBLM e.V.) in Süd-Weißenfels

Wie können Strukturen der UmA-Betreuung nachhaltig genutzt und für neue Zielgruppen geöffnet werden? In Deutschland sinkt die Zahl der Unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten. Dies führt zur Frage, welche Perspektiven Strukturen der Jugendhilfe haben, die für diese Zielgruppe aufgebaut wurden. Viele UmA-Einrichtungen haben großartige Betreuungs- und Begleitungsarbeit geleistet, sind wichtige kommunale Netzwerkpartner der Integrationsarbeit und ihre Betreuungsteams haben durch die Arbeit der vergangenen Jahre wichtige interkulturelle Lernprozesse durchlaufen. Wie können diese Ressourcen für neue Aufgaben und neue Zielgruppen geöffnet werden? Das Kinder- und Jugendhaus der Interessensgemeinschaft Bildung Leuna-Merseburg e.V. betreut seit April 2016 Unbegleitete minderjährige Geflüchtete in der Stadt Weißenfels. Unterstützt wurde diese Betreuung mit einem Prozess im Rahmen von „Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge“, das den Landkreis seit April 2016 bei der Entwicklung ämterübergreifender Integrationsstrategien berät. Seit Mai 2017 wird die Einrichtung durch „Gemeinsam. Mittendrin. Gestalten.“, einem gemeinsamen Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Bertelsmann-Stiftung, bei der Verbesserung von Teilhabechancen ihrer Jugendlichen begleitet. Dies hat zu einer Neukonzeption der Einrichtung geführt: In Zukunft bietet die Einrichtung sowohl geflüchteten als auch nicht-geflüchteten jungen Menschen ein offenes und ganzheitliches Beratungs-, Betreuungs- und Vermittlungsangebot an, um sie auf ihrem Weg in Erwachsenenleben zu unterstützen und den Erfolg der Jugendhilfe nachhaltig zu sichern. „Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge“ moderiert und begleitet diesen Prozess. 

Im Workshop stellt das Kinder- und Jugendhaus den strategischen Prozess der Konzeptionsphase und die angestoßenen Veränderungen durch die Zusammenarbeit mit „Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge“ und „Gemeinsam. Mittendrin. Gestalten.“ vor. Zusammen mit den Teilnehmenden werden Lessons Learned und die Frage der möglichen Neuausrichtung bereits aufgebauter Strukturen der Jugendhilfe diskutiert.

Alexander Heinke und Thomas Ganz, Erzieher im IBLM e.V. Kinder- und Jugendhaus Weißenfels
Hamid Rezai, Omid Ahmadi, Aziz Tienbreogo und Husin Khalil, Jugendliche aus der UMA-Einrichtung

Die Schule als Ort für Ankommen und Austausch
Das Bündnis „Kompetenzzentrum Zuwanderung“ in Hamburg-Billbrook stellt seine Angebote für geflüchtete Kinder und deren Eltern vor

Im Hamburger Stadtteil Billbrook, der überwiegend von Zugewanderten bewohnt wird, hat sich ein großes Bündnis um den Schulstandort Am Schleemer Park zusammengeschlossen. Beteiligte Akteure sind unter anderem die Grundschule Am Schleemer Park, der Schulkinderclub, die KiTa, der Bezirk, zwei Wohnunterkünfte für geflüchtete Personen sowie eine große Bandbreite an diversen Trägern und Einrichtungen, die in Billbrook aktiv sind. Das Bündnis hat sich zum Ziel gesetzt, die Integration der Geflüchteten in Billbrook zu erleichtern. Insbesondere am Schulstandort finden diverse Angebote des Bündnisses für geflüchtete Schülerinnen und Schüler und deren Eltern statt. Dazu gehören zum Beispiel neue Sportkurse, auch ein Elterncafé ist in der Planung. Des Weiteren möchte das Bündnis Elternmentoren aus den Wohnunterkünften ausbilden und Beratungsmöglichkeiten für Eltern schaffen. 

Im Workshop wollen wir gemeinsam die Netzwerkarbeit und Angebote vor Ort in den Blick nehmen und folgende Fragen diskutieren: Was war hilfreich zum Erreichen der gesteckten Ziele? Welche Stolpersteine gab es in der Zusammenarbeit der verschiedenen Träger? Welche positiven Nebeneffekte hat die Arbeit im Netzwerk? Wo setzen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Netzwerks ihre individuellen Grenzen, wo sind Politik oder weitere Akteure in der Verantwortung?

Stephan Giese, Schulleiter, Schule am Schleemer Park

Systematische Zusammenarbeit zwischen Jugendamt und Gemeinschaftsunterkünften
Kooperation im Berliner Bezirk Pankow zum Schutz von geflüchteten Kindern und Familien

Seit dem 1. Januar 2018 sind die Berliner Jugendämter für die Gemeinschaftsunterkünfte in ihren Bezirken zuständig. Das Jugendamt im Bezirk Pankow hat sich auf den Weg gemacht, gemeinsam mit ihren 12 Gemeinschaftsunterkünften eine Kooperationsvereinbarung zu erarbeiten, um damit Verfahrensweisen und Standards in der Zusammenarbeit festzulegen. Dies soll gewährleisten, dass die geflüchteten Kinder und Familien in den Unterkünften gut betreut, beraten, gefördert und geschützt werden. Im ersten Schritt wurde ein gemeinsames Verständnis über die Inhalte und den Prozess der Kooperation entwickelt. Eine Steuergruppe arbeitet die Kooperationsvereinbarung bis Ende des Jahres weiter aus. Diese soll anderen Berliner Bezirken anschließend als Modell für die eigene Vorgehensweise dienen. 

Im Workshop wollen wir gemeinsam folgende Fragen diskutieren: Wie kann eine funktionierende, strukturierte Kooperation den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Familien sichern? Was bedeutet beteiligungsorientierte Erarbeitung einer Kooperationsvereinbarung am Beispiel Pankow? Wie kann gewährleistet werden, dass die Erkenntnisse und guten Erfahrungen in die weiteren Berliner Bezirke fließen und zum Nachahmen anregen?

Max Anders, Koordinator für Flüchtlingsfragen beim Jugendamt Pankow
Bärbel Becker, Prozessbegleiterin im Programm „Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge

Lokale Initiative zur Beteiligung junger Geflüchteter
Das Bündnis zur Stärkung der Frankfurter Initiative „Ubuntu Haus“ stellt sich vor

Die Initiative „Ubuntu Haus“ unterstützt besonders junge Geflüchtete aus ostafrikanischen Ländern durch einen partizipativen Ansatz und Austausch auf Augenhöhe beim Ankommen und Einleben in Frankfurt. Das „Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge“-Bündnis hat das Ziel, die Initiative in ihrer Strategie- und Visionsentwicklung sowie ihrer Verankerung in der Frankfurter Akteurs- und Netzwerklandschaft zu stärken.

Wie können Initiativen und Migrantenselbstorganisationen, die auf lokaler Ebene mit jungen Geflüchteten arbeiten, nachhaltig gestärkt werden? Welchen Beitrag können solche Initiativen mit Bezug zu den Herkunftsländern Geflüchteter zur Beteiligung junger Menschen mit Fluchtgeschichte in den Kommunen leisten? Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen sie? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Workshop am Beispiel eines Bündnisses zur Stärkung der Frankfurter Initiative „Ubuntu Haus“. 

Zerai Kiros Abraham, Gründer und Mitglied der Initiative "Ubuntu Haus"
Rania Kinfe, 
Yohannes Assefa und Robel Menghestab, Mitglieder der Initiative "Ubuntu Haus"

Neuen Herausforderungen im schulischen Alltag mit jungen Geflüchteten abgestimmt begegnen
Das Schulnetzwerk „Integration in Schule“ im Kreis Heinsberg stellt vor, wie eine Vernetzung schulischer Akteure dazu beiträgt, Fachkräfte vor Ort im Umgang mit veränderten Bedarfen zu bestärken

Im Kreis Heinsberg bildete sich 2016 das Netzwerk Integration in Schule, bestehend aus Schulen der Sekundarstufen I und II, die geflüchtete junge Menschen in Seiteneinstiegs- und anderen Klassen zugeteilt bekommen hatten. Um den neuen Herausforderungen gut aufgestellt begegnen zu können, wurden neue kommunikative Strukturen im Kreis aufgebaut. Im Rahmen des von „Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge“ begleiteten Bündnisses bestehend aus Berufskollegs, Gymnasien, einer Gesamtschule, einer Ganztagshauptschule, der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises und dem Kommunalen Integrationszentrum gelang es mit Unterstützung der Prozessbegleitung von „Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge“, eine arbeitsfähige und engagierte Steuerungsgruppe ("Netzwerkzentrum") zu installieren. Diese identifizierte die zentralen Bedarfe der Akteure und formulierte entsprechende Maßnahmen, um die zweimal jährlich stattfindenden Treffen des Gesamtnetzwerks an den tatsächlichen Bedarfen der beteiligten Akteure ausrichten zu können. So entstand eine Fortbildungsreihe, die die Austauschtreffen fachlichinhaltlich unterfütterte und die Netzwerksteuerung komplettierte. Um eine Verstetigung der Arbeit zu gewährleisten, wurden mit Abschluss des von „Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge“ begleiteten Prozesses die Steuerungsaufgaben in das mittlerweile etablierte Team des Kommunalen Integrationszentrums verlagert. Das Netzwerk Integration in Schule ist zurzeit in der Schullandschaft des Kreises fest verankert und eine Vielzahl an Teilnehmenden nutzt die Netzwerktreffen für den regen Austausch. Herausfordernd waren und sind in diesem Prozess die zeitliche und psychische Belastung der Akteure (vor allem der Lehrkräfte und Fachkräfte der Schulsozialarbeit), die Überwindung des Nischendaseins der Lehrer*innen von Vorbereitungsklassen sowie die personelle Fluktuation der Akteure im Netzwerk.

Welche Vorteile bringt eine Vernetzung schulischer Akteure bei der Begegnung der neuen Herausforderungen, die die Aspekte des Unterrichtens und des schulischen Alltags mit jungen Geflüchteten mit sich bringen können? Welche guten und schwierigen Erfahrungen wurden während des Prozesses der Netzwerkbildung und der Verstetigung der Netzwerkarbeit gemacht? Im Workshop werden unterschiedliche Herausforderungen analysiert und mögliche Lösungswege und Handlungsspielräume mit den Teilnehmenden bearbeitet. 

Andreas Schmitz, Prozessbegleiter im Programm Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge
Daniel Bani-Shoraka, Kommunales Integrationszentrum Kreis Heinsberg

Partizipation geflüchteter Jugendlicher in der Kommune - AUSGEBUCHT!
Zusammenwirken von Empowerment und Beteiligung am Beispiel von Konsultationsworkshops

Dieser Workshop ist bereits sehr voll. Bitte melden Sie sich für einen der anderen Workshops oder Vorträge an.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

 

Wie lässt sich das Empowerment geflüchteter Jugendlicher („bottom-up“) mit der Verankerung von Beteiligung in den Regelstrukturen („top-down“) verbinden? Der Workshop stellt das Beteiligungsverständnis von  „Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge“ sowie dessen praktische Umsetzung am Beispiel von Konsultationsworkshops vor. Konsultationsworkshops haben das Ziel, die Perspektive geflüchteter Menschen in Planungsprozesse einzubinden und können ein erster Schritt zu ihrer Beteiligung in der Kommune sein. Die Ergebnisse der Konsultationsworkshops fließen in die lokalen Steuerungsprozesse ein und werden darüber hinaus auch bundesweit ausgewertet.

Was braucht es, damit dies gelingt? Was sind Schwierigkeiten auf dem Weg? Anhand kommunaler Praxisbeispiele zur Beteiligung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Fluchterfahrung geht der Workshop diesen Fragen nach. 

Gerd Herpay, Mitarbeiter im Jugendamt, Kreisverwaltung Teltow-Fläming
Viola Schlichting, Steffi Otterburg und Alina Ebers, Mitarbeitende im Programm "Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge"

13:30 – 14:30 Uhr Mittagspause / Markt der Möglichkeiten

Während der Mittagspause beginnt unser „Markt der Möglichkeiten“. Hier stellen die Referierenden der Workshops am Vormittag die Praxisbeispiele von  „Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge“ nochmals vor. Sie haben dadurch die Gelegenheit, sich auch zu Beispielen zu informieren, die Sie nicht im Workshop erleben konnten und mit den Referierenden ins Gespräch zu kommen.

 


14:30 – 15:15 Uhr Keynote

Keynote von Hatice Akyün zum Thema „Buntglas statt Milchglas. Von der Integrationsgesellschaft zur Partizipationsgesellschaft“


15:15 – 16:00 Uhr Abschlussrunde

Präsentation und Diskussion von Kernergebnissen des Transferforums mit Koray Yilmaz Günay, Vorstandsmitglied beim Migrationsrat Berlin und Judith Strohm, Programmleitung von "Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge".