08.12.2016 Tagung , Hannover

Transferforum: Perspektiven in Ausbildung und Beruf

Die erfolgreiche Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Arbeit ist eine wichtige Voraussetzung für ihre gesellschaftliche Teilhabe und finanzielle Unabhängigkeit. Dies gilt insbesondere für geflüchtete Jugendliche, die noch die gesamte Erwerbsbiografie vor sich haben. Rund dreißig Prozent der Personen, die Asyl beantragen, sind zwischen 16 und 25 Jahre alt, das heißt sie sind in genau dem Alter, in dem Jugendliche im deutschen Bildungssystem auf den Schulabschluss und den Übergang in Ausbildung oder Studium vorbereitet werden.
Inzwischen zeigt sich vielerorts, dass die Arbeitsmarktintegration Kommunen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft sowie die jungen Geflüchteten selbst vor große Herausforderungen stellt. Dabei bietet das Übergangssystem in Deutschland bereits bewährte Angebote für unterschiedliche Zielgruppen und es werden zunehmend Strukturen am Übergang Schule – Beruf etabliert, um allen Jugendlichen einen guten Übergang zu ermöglichen.

Am 8. Dezember 2016 widmet sich das zweite Transferforum im Programm „Willkommen bei Freunden – Bündnisse für junge Flüchtlinge“ dem Thema „Perspektiven für geflüchtete Jugendliche in Ausbildung und Beruf“. Auf diesem Transferforum soll den Teilnehmenden aufgezeigt werden, welche Zugänge und Wege es für junge Geflüchtete in den Arbeitsmarkt gibt und welche Rolle eine gute Vernetzung zwischen den verschiedenen Akteuren spielt, damit eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration gelingt. Dies wird anhand praxisnaher Impulse und konkreter Beispiele geschehen. Dazu laden wir Sie herzlich ein.

Je nach Bundesland besteht die Möglichkeit, sich die Veranstaltung als Fortbildung anerkennen zu lassen. Wenn Sie Interesse daran haben, melden sie sich gern bei uns.

Überblick

Datum

Donnerstag, 08. Dezember 2016, von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Veranstaltungsort

Stadtteilzentrum KroKuS
Thie 6
30539 Hannover

Veranstalter

Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS)

Kosten

Die Veranstaltung ist kostenlos. Reise- und Übernachtungskosten tragen die Teilnehmenden.

Donnerstag, 08. Dezember 2016

10:00 – 10:30 Uhr Begrüßung

10:30 – 11:30 Uhr Input: Gelingende Strategien für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration von jungen Geflüchteten | Barbara Schmidt, Grundsatzreferat Migrations- und Integrationspolitik im Bundesministerium für Arbeit und Soziales

11:30 – 13:00 Uhr Arbeitsphase I: Zugänge für junge Geflüchtete in die Ausbildung und ihre Begleitung im Übergangssystem

Fachforum 1: Kompetenzen junger Geflüchteter erfassen
Modelle für eine kompetenzorientierte Berufsorientierung

In dem Fachforum werden zwei Modelle präsentiert: die Potentialanalyse aus Baden-Württemberg, die auch bundesweit umgesetzt werden soll, und die TalentWerkstatt aus Hannover, ein praxis- und handlungsorientiertes Verfahren, das sich an Jugendliche im Berufsvorbereitungsjahr oder in Berufseinstiegsklassen richtet.

Sien-Lie Saleh, Oberstudienrätin, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg


Maren Mutschall, Werk-statt-Schule e.V., Berufsorientierungszentrum Hannover

Fachforum 2: Begleitung junger Geflüchteter im Übergangssystem
Rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit und individuelle Begleitung

Wiebke Reyels stellt in dem Fachforum am Beispiel von Sachsen-Anhalt vor, wie die rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit am Übergang Schule – Beruf im Kontext junger Geflüchteter aussehen kann. Anschließend berichtet Jessica Kneißl von Erfahrungen in der individuellen Beratung und Begleitung geflüchteter Jugendlicher.

Wiebke Reyels, Landesnetzwerkstelle RÜMSA – Regionales Übergangsmanagement Sachsen-Anhalt, f-bb

Jessica Kneißl, Sozpäd. (B.A.), Caritasverband Neuburg-Schrobenhausen e.V., ESF-Modellprojekt „JUGEND STÄRKEN im Quartier“

Workshop 1: Berufliche Schulen für junge Geflüchtete öffnen
Den Schuleinstieg gut gestalten

Am Beispiel des Beruflichen Schulzentrums Oskar-von-Miller Schwandorf wird aufgezeigt, wie bereits mit Schuleintritt für geflüchtete Jugendliche eine Berufsorientierung gelingt und der Übergang in die duale Ausbildung anschließend gut gestaltet wird. Es geht ebenfalls um den Übergang in den Beruf und die Zusammenarbeit mit den Unternehmen in der Region.

Werner Nagler, Berufliches Schulzentrum Oskar-von-Miller Schwandorf

Workshop 2: Vorbereitende Qualifizierung für den Übergang in eine Ausbildung
Maßnahmen und Beratungsangebote

Michael Tanzer und Claudia Geyer stellen verschiedene Projekte und Maßnahmen (PerjuF etc.) vor, über die sich junge Geflüchtete für eine Berufsausbildung qualifizieren können und erläutern, wie eine passende Beratung der geflüchteten Jugendlichen aussehen kann.

Michael Tanzer, Fachbereichsleiter Ausbildungsmarkt/Reha SB, Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit

Claudia Geyer, Teamleiterin Arbeitsvermittlung SGBIII, Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit

Workshop 3: Zugang zu Hochschulen für (junge) Geflüchtete
Angebote und Finanzierungsmöglichkeiten

Anhand einer aktuellen Studie der Universität Hildesheim und der Stiftung Mercator erörtert Christin Younso, welche Angebote es für studieninteressierte Geflüchtete bundesweit gibt, wie der Hochschulzugang erfolgt und welche Finanzierungsmöglichkeiten existieren.

Christin Younso, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Hildesheim (in Elternzeit)

14:00 – 15:30 Uhr Arbeitsphase II: Arbeitsmarktintegration von jungen Geflüchteten

Fachforum 3: Arbeitsmarktintegration aus Sicht der Arbeitgeber
Bedingungen und Herausforderungen

In diesem Fachforum wird berichtet, wie die Arbeitsmarktintegration aus Arbeitgebersicht gelingen kann. Dabei geht es genauso um rechtliche und finanzielle Fragen wie um Fragen der interkulturellen Öffnung.

Sandra von Atens, Aus- und Fortbildungszentrum für den bremischen öffentlichen Dienst (AFZ)

Sabine Schlüer, Personalreferentin Mahr GmbH

Fachforum 4: Netzwerke zur Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen
Zur Bedeutung von Netzwerken in der Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration

Anhand von RESQUE 2.0, einem Beispiel der bundesweit existierenden Netzwerke „Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen“, und dem Hamburger Projekt Utkiek wird in diesem Fachforum auf die verschiedenen Bausteine von Netzwerken eingegangen: individuelle Qualifizierung, Fortbildungen, Vernetzung.

Rudaba Badakhshi, Stadt Leipzig, Referat für Migration und Integration, IvAF-Netzwerk "RESQUE 2.0"

Franziska Gottschalk, Abteilungsleitung für den Arbeitsbereich Flucht und Bildung; UTKIEK: Projekt zur Beratung, Qualifizierung und Begleitung in Ausbildung und Arbeit, basis & woge e.V., Hamburg

Workshop 4: Jugendberufsagenturen als Chance für junge Geflüchtete?
Faktoren für eine gute Zusammenarbeit

In einer Jugendberufsagentur arbeiten verschiedene Akteure zusammen – Arbeitsagentur, Jobcenter und Jugendhilfe. Am Beispiel der Jugendberufsagentur Bielefeld wird aufgezeigt, wie diese Zusammenarbeit funktioniert und welche Vorteile sie für junge Geflüchtete hat.

Klaus Siegeroth, Geschäftsführer REGE mbH, Jugendberufsagentur Bielefeld

Workshop 5: Arbeitsmarktintegration auf kommunaler Ebene planen
Aufbau eines Monitorings im Übergangssystem

Im Workshop stellt die Stadt Dortmund exemplarisch dar, wie sie ihr Monitoring im Übergangssystem aufgebaut hat und welche ersten Ideen der Erweiterung es gibt, um den Übergang von jungen Geflüchteten in den Beruf auf kommunaler Ebene zu planen und zu begleiten.
    
Sandra Fitzen, Regionales Bildungsbüro, Fachbereich Schule, Stadt Dortmund
 

Workshop 6: Arbeitsmarktintegration von geflüchteten jungen Frauen
Ein Beispiel aus dem Projekt „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“

In diesem Workshop geht es um die (besonderen) Bedürfnisse geflüchteter junger Frauen. Es wird aufgezeigt, wie ihr Weg in den Arbeitsmarkt unterstützt werden kann.

Ferdos Mirabadi, Projektkoordinatorin, kargah e. V., Hannover

15:30 – 16:00 Uhr Abschlussrunde