19.06.2018 Fachtag , Köln

Transferforum: Wie Zusammenarbeit in der Kommune Integration ermöglicht

Die Integration junger Geflüchteter ist eine gemeinschaftliche Aufgabe: Verantwortliche der kommunalen Verwaltungen, freie Träger, Vereine, Selbstorganisationen von Migrantinnen und Migranten und Akteure der Wirtschaft müssen an einem Strang ziehen, damit Integration gelingen kann. Auch Übergänge zwischen den zuständigen Systemen für junge Geflüchtete – zum Beispiel von der Jugendhilfe zum Asylbewerberleistungsgesetz – können durch Kooperationen einfacher werden. Klar abgegrenzte Zuständigkeiten in der Kommunalverwaltung machen dies nicht immer leicht. Dennoch sind aufgrund des hohen Engagements und der Kreativität vieler Akteure in den letzten Jahren ermutigende Beispiele der Zusammenarbeit entstanden.

Welche Formen der Zusammenarbeit haben sich entwickelt und bewährt? Welche Methoden und Instrumente helfen, die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure zu koordinieren und zu reflektieren? Welche Strukturen ermöglichen auch in Zukunft abgestimmte und flexible Reaktionen auf die sich stets verändernde Zuwanderung?

Überblick

Datum

Dienstag, 19. Juni 2018, von 09:00 Uhr bis 16:30 Uhr

Anmeldungen möglich bis

Sonntag, 27. Mai 2018

Veranstaltungsort

KOMED im MediaPark GmbH
Im Mediapark 7
50670 Köln

Veranstalter

Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

Kontakt

Kosten

Die Veranstaltung ist kostenlos. Reise- und Übernachtungskosten tragen die Teilnehmenden.

Dienstag, 19. Juni 2018

09:00 – 09:30 Uhr Ankommen

09:30 – 10:10 Uhr Begrüßung

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen


10:10 – 11:15 Uhr Keynote „Integration durch Kooperation: Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten“

Im Sommer 2017 erschien die Studie „Städte und Gemeinden in der Flüchtlingspolitik. Welche Probleme gibt es – und wie kann man sie lösen?“ des Verwaltungswissenschaftlers Prof. Dr. Jörg Bogumil. In der Studie setzte er sich mit Herausforderungen kommunaler Zusammenarbeit auseinander und zeigte konkrete Handlungsmöglichkeiten und Lösungswege für kommunale Akteure auf.

Prof. Dr. Jörg Bogumil, Ruhr Universität Bochum


11:30 – 13:00 Uhr Arbeitsphase I: Praxisbeispiele und Erfahrungsaustausch

Workshop 1: Kommunale Angebote unter einem Dach
Das „Haus der Integration“ in Wuppertal bündelt Dienstleistungen für Zugewanderte

Um die Integration von Geflüchteten in Wuppertal zu koordinieren, wurde im Frühjahr 2018 das Haus der Integration als eine gemeinsame Anlaufstelle der lokalen Behörden für Zugewanderte und Geflüchtete geschaffen. Das gemeinsame Angebot vom städtischen Ressort Zuwanderung und Integration, dem Jobcenter Wuppertal und der Bundesagentur für Arbeit trägt dem Verständnis gesellschaftlicher Integration als kommunale Gemeinschaftaufgabe Rechnung. Jürgen Lemmer, Ressortleiter des städtischen Ressorts Zuwanderung und Integration in Wuppertal, stellt das Haus der Integration vor und zeigt den Entstehungsprozess ebenso wie die Herausforderungen und Chancen auf. Im Anschluss diskutieren die Teilnehmenden in Kleingruppen, wie Zugänge zu Behörden und kommunalen Dienstleistungen erleichtert und Angebote gebündelt und vernetzt werden können.

Jürgen Lemmer, Ressortleiter des städtischen Ressorts Zuwanderung und Integration in Wuppertal

Workshop 2: Ein kreisweites Integrationskonzept
Das Bündnis des Kreises Recklinghausen als Beispiel für die Zusammenarbeit im Landkreis

Angetreten war das Bündnis im Kreis Recklinghausen im Jahr 2016 mit einer gemeinsamen Erklärung aller zehn Sozialdezernentinnen und -dezernenten. Ziel war die Erstellung eines gemeinsamen, kreisweiten Integrationskonzeptes, die Herstellung von Transparenz sowie die Zusammenführung der kommunalen Integrationsarbeit für Geflüchtete. Angestoßen wurde der Prozess durch das Kommunale Integrationszentrum Kreis Recklinghausen. Zwei Mitarbeiterinnen werden im Workshop unter anderem auf folgende Fragen eingehen: Welche Erfahrungen haben die Akteure dabei gemacht? Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit von Kommunen im Kontext der Integration (junger) Geflüchteter und wie kann eine kreisweite Zusammenarbeit gelingen?

Anja Boßert und Katrin Petersen, Mitarbeiterinnen des Integrationszentrums Kreis Recklinghausen

Workshop 3: Zusammenarbeit erwachsener und jugendlicher Akteure
Erfahrungen aus dem Jugenddialog in Hamburg Rissen

Der 2016 vom Bezirksamt Altona ins Leben gerufene Jugenddialog Rissen agiert auf zwei Ebenen: Zum einen tauschen sich Erwachsene aus Einrichtungen, Institutionen und Trägern auf regelmäßigen Treffen über ihre Angebote für Jugendliche aus. Zum anderen hat sich unter dem Namen „ColOURful Rissen“ eine Jugendgruppe zusammengetan, um Begegnungen zwischen Jugendlichen mit und ohne Fluchterfahrung zu befördern, gemeinsam mit den erwachsenen Akteuren die Einbindung geflüchteter Jugendlicher in soziale oder Vereinsstrukturen zu stärken und neue Freizeitangebote in Rissen zu schaffen. Im Workshop berichten Jens Zussy, Prozessbegleiter beim Jugenddialog, sowie junge Mitglieder des „ColOURful Rissen“-Teams, wie die Zusammenarbeit zwischen Erwachsenen und Jugendlichen gelingen kann und welche Hürden sie dabei genommen haben.

Jens Zussy, Prozessbegleiter, Planen mit Phantasie

Jugendliche des „ColOURful-Rissen“-Teams 

Workshop 4: Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt
Die Bündnisse aus Nidderau und Maintal zeigen Erfolgsfaktoren und Herausforderungen auf

Wie kann eine wertschätzende und zielgerichtete Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlich Tätigen gelingen? Kommunale Akteure aus den Bündnissen in Nidderau und Maintal stellen ihre Erfahrungen dar. In Maintal arbeiten Haupt- und Ehrenamtliche bereits seit vielen Jahren zusammen, in Nidderau ist diese Form der Zusammenarbeit vor allem in den letzten zwei Jahren entstanden und wird durch das neu gegründete „Bündnis Nidderau hilft“ nun auf eine neue Stufe gehoben. Die Vertreterinnen und Vertreter der beiden Bündnisse gehen auf die Erfolge der Zusammenarbeit ebenso ein wie auf die Herausforderungen. Der zweite Teil des Workshops gibt den Teilnehmenden die Gelegenheit, sich zu ihren eigenen Beispielen auszutauschen und ihre Arbeit zu reflektieren.

Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Nidderau, der Flüchtlingshilfe Nidderau sowie Ehrenamtliche aus dem Bündnis Nidderau

Haupt- und ehrenamtliche Vertreterinnen und Vertreter des Bündnis Maintal

Workshop 5: Von der Schule in den Beruf – den Übergang gemeinsam stemmen
Erfahrungen aus den Landkreisen Elbe-Elster und Schwandorf

Mit dem Ende des laufenden Schuljahres stehen Landkreise in Brandenburg vor der Herausforderung, eine berufliche Perspektive für geflüchtete Jugendliche zu entwickeln. Der Landkreis Elbe-Elster hat sich auf den Weg gemacht, gemeinsam mit Jugendlichen, Schulen, der Kreisverwaltung und den Kammern ein Netzwerk aufzubauen, das die bestehenden Angebote auf die Kompetenzen und Bedarfe der Jugendlichen und Unternehmen hin überprüft und neue Wege entwickeln möchte, um die Jugendlichen individuell zu fördern und die Unternehmen zu stärken. Im bayerischen Schwandorf existiert bereits ein gut funktionierendes Netzwerk, das Jugendliche sehr erfolgreich in Ausbildung vermittelt und sie auf ihrem Weg bis zum Abschluss eng begleitet. Im Workshop berichten beide Landkreise von ihren Erfahrungen.

HINWEIS: Diesen Workshop haben bereits viele Teilnehmende ausgewählt. Für eine gute Arbeitsatmosphäre möchten wir Sie bitten, in Betracht zu ziehen, ob einer der anderen Workshops in dieser Arbeitsphase ebenso interessant für Sie ist.

14:00 – 15:45 Uhr Arbeitsphase II: Methoden und Instrumente

Workshop 6: Die Dialogische Haltung in der Arbeit mit Jugendlichen
Dialogische Fähigkeiten kennenlernen, entwickeln und reflektieren

Was macht eine dialogische Haltung aus? Mit welchen dialogischen Gesprächstechniken lässt sich die Zusammenarbeit mit Jugendlichen konstruktiv gestalten? Wie können Vertrauen und Kooperationsbereitschaft gestärkt und wie kann Beteiligung ermöglicht werden? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, setzen die Teilnehmenden sich mit den Eckpfeilern der dialogischen Haltung – den dialogischen Fähigkeiten nach J. und M. Hartkemeyer und Freeman Dhority – auseinander. Sie haben außerdem die Möglichkeit, dialogische Fähigkeiten in verschiedenen praktischen Übungen auszuprobieren und zu reflektieren.

Martina Leshwange, Fachberatung Jugendförderung, LVR-Landesjugendamt Rheinland

Workshop 7: Junge Geflüchtete in Konsultationsworkshops anhören
Wie können die Bedarfe junger Geflüchteter erhoben und einbezogen werden?

Die Durchführung von Konsultationsworkshops ermöglicht eine Analyse der Bedarfe, Meinungen und Einschätzungen geflüchteter Jugendlicher und kann ein erster Schritt zur ihrer Beteiligung in der Kommune sein. Am Beispiel der Erfahrungen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte werden Konsultationsworkshops als eine Form der partizipativen Bedarfsanalyse und Zielsetzung vorgestellt und diskutiert. Dabei werden sowohl gelungene als auch schwierige Momente reflektiert. Auch wird beleuchtet, welche visuellen Methoden sich anbieten, um die Konsultation weniger sprachbasiert zu gestalten.

Petra Strassler-Wonn, Leiterin AWO Ausblick in Neubrandenburg

Abdul Rahman Al Omar, Mitbewohner AWO Ausblick

Dirk Adams, Prozessbegleiter im Programm „Willkommen bei Freunden“

Workshop 8: Den Weg junger Geflüchteter in Ausbildung ebnen
Mit Prozessketten und Strukturworkshops Arbeitsfelder mit vielen Beteiligten analysieren und effektiv gestalten

Wie gelingt es, junge Geflüchtete zielgerichtet in Ausbildung zu bringen? Wie können sich dabei alle Beteiligten in einer Kommune ergänzen und gut abstimmen? Die Stadt Magdeburg stellt ihren Ansatz vor. Im Rahmen von „Willkommen bei Freunden“ hat sie einen Strukturworkshop durchgeführt. Im ersten Schritt wurden dabei alle Akteure, die daran mitwirken, junge Geflüchtete in Ausbildung zu bringen, einer Prozesskette zugeordnet. Anhand der Kette konnten Leerstellen und Herausforderungen im Prozess der Integration junger Geflüchteter in Ausbildung sichtbar gemacht und Lösungsansätze entwickelt werden. Im Workshop wird dieser systematische Ansatz vorgestellt und diskutiert.

Dagmar Bremer, Kommunale Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte, Stadt Magdeburg


HINWEIS: Diesen Workshop haben bereits viele Teilnehmende ausgewählt. Für eine gute Arbeitsatmosphäre möchten wir Sie bitten, in Betracht zu ziehen, ob einer der anderen Workshops in dieser Arbeitsphase ebenso interessant für Sie ist.

Workshop 9: Gelungene Netzwerkkoordination
Mit Herausforderungen und Widerständen in Netzwerken umgehen

Nur die wenigsten Netzwerke bleiben von Konflikten und inneren Widerständen verschont. Im laufenden Prozess der Netzwerkarbeit können sich Ziele und Interessen der Netzwerkpartnerinnen und -partner verändern. Nicht selten kommt es dabei zu Konflikten und Hürden, welche eingespielte Routinen des Netzwerks ins Wanken bringen. Der Workshop beschäftigt sich mit der Koordination von Netzwerken und der Reflektion der eigenen Netzwerkarbeit. Ziel ist es, Blockaden zu verstehen, diese konstruktiv anzugehen und alternative Handlungsoptionen für Konflikte zu entwerfen.

Farina Eggert, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Kommunale Planung und Entwicklung (IKPE) in Erfurt

Robert Römer, Prozessbegleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fachhochschule Erfurt

Workshop 10: Führen auf Augenhöhe
Wie gelingt es als Koordinierungsstelle, unterschiedliche Akteure zum gemeinsamen Arbeiten anzuleiten?

Immer häufiger werden koordinierende Stellen in Verwaltungen und Organisationen geschaffen. Und nicht selten sind die Anforderungen an diese Positionen sehr vielseitig und komplex. Wie gelingt es, interdisziplinäre Arbeitsgruppen innerhalb der eigenen Organisation sowie mit externen Akteuren zusammenzuführen und zielgerichtet anzuleiten? Welche Kompetenzen sind dafür nötig? Und wie lassen sich ein tragfähiges Netzwerk und eine verlässliche Unterstützungskultur aufbauen? Im Workshop wird gemeinsam nach Antworten gesucht und aufgezeigt, welche Haltung für das Führen auf Augenhöhe hilfreich ist. Der Workshop richtet sich an Personen, die selbst koordinierende Positionen innehaben, sich austauschen und gemeinsam an Handlungskompetenzen arbeiten möchten.

Claudia Bollig, Prozessbegleiterin im Programm „Willkommen bei Freunden“

16:00 – 16:30 Uhr Abschlussrunde

Präsentation und Diskussion von Kernergebnissen des Transferforums