Gemeinsame Gartenarbeit mit jungen Geflüchteten

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Nordrhein-Westfalen

Aktion Neue Nachbarn

Im November 2014 hat der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki die Initiative ins Leben gerufen. Sein Ziel ist es, dass aus Geflüchteten Nachbarn werden. Dazu unterstützt die „Aktion Neue Nachbarn“ Bündnisse und ehrenamtliche Helfer, die sich bereits für Geflüchtete einsetzen.

Die Aktion Neue Nachbarn ermöglicht eine vielseitige Unterstützung. Zum einen fördert die Initiative konkrete ehrenamtliche Projekte für Geflüchtete. Dafür hat das Erzbistum Köln rund eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Flüchtlingsinitiativen können auf diese Weise Bildungs-, Freizeit- oder Betreuungsprojekte finanzieren. Zum anderen stellt die Kölner Initiative wichtige Informationen und Hintergrundwissen für ehrenamtliche Unterstützer auf ihrer Webseite bereit. Zum Beispiel zum Asylrecht und zur Situation in den Herkunftsländern. Aber auch Berichte über gut funktionierende Netzwerke, aktuelle Veranstaltungen oder Interviews mit Geflüchteten finden sich auf der Internetseite.

Privater Wohnraum für Geflüchtete

Außerdem setzt sich die Aktion Neue Nachbarn dafür ein, dass geflüchtete Kinder und ihre Familien nicht in Gemeinschaftsunterkünften wohnen müssen. In Zusammenarbeit mit lokalen Wohnungsbaugenossenschaften, wie zum Beispiel mit der Rheinwohnungsbau GmbH und der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH wurden bereits weit über 100 Wohnungen für Geflüchtete zur Verfügung gestellt. Auch das Erzbistum Köln ermöglicht Geflüchteten eine menschenwürdige Unterbringung. Kai Diekelmann, Leiter der Abteilung Integration und Migration beim Caritas-Verband, sagt im Interview mit domradio.de:„Es gibt nach der Zusammenlegung von Pfarrgemeinden zu Seelsorgebereichen manches Pfarrhaus oder manches Pfarrheim, das im Grunde genommen leer steht oder nicht mehr täglich genutzt wird. Da bietet es sich an, zumindest zu prüfen, ob das eine Möglichkeit zur Unterbringung von Flüchtlingen ist.“

Neue Möbel für Felicia und Hezekiel

Durch die Unterstützung von der Aktion Neue Nachbarn wurden bereits viele kleine und große Projekte realisiert. Der alleinerziehenden Mutter Felicia und ihrem einjährigen Sohn Hezekiel aus Ghana wurden zum Beispiel Möbel für ihre neue Wohnung organisiert. Dafür war das Zusammenspiel vieler engagierter Menschen entscheidend. Zuerst bat Felicias Familienhelferin den „Runden Tisch MauNieWei“ um Unterstützung. Dieses Bündnis engagiert sich unter anderem für Geflüchtete in den Kölner Stadtteilen Mauenheim, Niehl und Weidenpesch.

Der Runde Tisch nahm dann Kontakt zu einer anderen Flüchtlingsinitiative im Stadtteil der neuen Wohnung von Felicia auf. Dabei half das „Neue-Nachbarn-Netzwerk“, eine von der Aktion Neue Nachbarn gegründete Gruppe auf Facebook. Diese ermöglicht eine schnelle, unkomplizierte und selbstorganisierte Flüchtlingshilfe. Letztendlich konnte die über das Netzwerk gefundene Initiative die notwendigen Möbel bereitstellen. Ebenso zeigten sie ihrer neuen Nachbarin eine Kita für Hezekiel, die besten Spielplätze und gute Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe.

 

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