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Gute Beispiele
bundesweit

hochform

Der Start ins Berufsleben in Deutschland ist auch für hochqualifizierte junge Geflüchtete oftmals nicht leicht und mit Sprach-und Systembarrieren verbunden. Ohne Orientierungshilfe ist es da schwer, sich zurechtzufinden.  Auch werden nicht alle Studienabschlüsse anerkannt. Das Programm „hochform“ möchte daher Geflüchtete unterstützen, in dem es Akademiker dabei hilft, zu einem zweiten akademischen Abschluss zu kommen (Masterstudium) und eine qualifizierte Position auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu finden.

Intensive und individuelle Betreuung

Das letzte Stück seiner langen Flucht hat ein junger Syrer zu Fuß von Athen nach Deutschland zurückgelegt, um hier in Frieden leben zu können.  „Ich möchte mein Leben noch einmal ganz neu beginnen, meine Ausbildung durch die Teilnahme an einem Master-Programm vervollständigen, ohne bombardiert oder inhaftiert zu werden“, sagt der junge Mann, der inzwischen in Heidelberg studiert, aus Angst aber lieber anonym bleiben möchte.
Er ist einer von 40 Studentinnen und Studenten, die an „hochform“ teilnehmen und gefördert werden. Jährlich können bis zu 30 neue Stipendiaten aufgenommen werden. Das Projekt bietet eine umfangreiche Unterstützung. In der ein- bis zweijährigen Förderphase werden die Teilnehmenden intensiv und individuell betreut. So steht ihnen ein 1:1 Mentoring durch einen fach- und studienortnahen Hochschulprofessor zur Verfügung. In Workshops können die Stipendiatinnen und Stipendiaten Schlüsselqualifikationen wie Präsentation, Bewerbungstraining oder Zeit- und Selbstmanagement erhalten, sowie Zuschüsse zu Literatur, Studienmaterialien und Bildungsreisen bekommen. Die dritte Säule des Angebots bildet ein individuelles Coaching, in dessen Rahmen die Teilnehmenden bei Bedarf von einem zertifizierten Coach beraten werden, etwa bei Problemen wie Prüfungsangst.

Bewerber aus dem Bereich MINT-Fächer

Bewerben können sich junge Leute zwischen 25 und 30, die in ihrer Heimat ein Hochschulstudium in einem MINT-Fach absolviert haben. Als MINT-Fächer werden Studiengänge aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik bezeichnet. Um aufgenommen zu werden, brauchen sie eine Aufenthaltsgenehmigung, Deutschkenntnisse auf C1-Niveau und eine Universitätszulassung.
Kommen sie infrage, hilft das Projekt im Vorfeld schon mal beim Erwerb dieser Anforderungen. In der ersten Runde vor anderthalb Jahren schafften 18 Männer und Frauen die Hürde, im zweiten Jahrgang 23 Bewerberinnen und Bewerber.
Hochform ist ein gemeinsames Projekt der Walter Blüchert Stiftung und der Deutschen Universitätsstiftung in Kooperation mit der Otto-Benecke-Stiftung e.V..

Programm für Bachelor-Studierende

Für Bachelor-Studierende gibt es das Programm „Welcome“. Das Stipendium richtet sich an Studierende aller Studienfachrichtungen und zielt darauf ab, Studierende aus Flüchtlingsgebieten durch ein 1:1-Mentoring sowie Workshops erfolgreich durch ein Erststudium zu begleiten.