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IMPULS

IMPULS Deutschland Stiftung e.V betreibt unterschiedliche Programme im Bereich der frühen Bildung. Zwei Programme richten sich an Kinder und deren Eltern mit Flucht- oder Migrationserfahrung: Zum einen bietet „Willkommen mit IMPULS“ Einstiegsangebote zum Erlernen der deutschen Sprache, während „IMPULS macht Schule“ Grundschulen bei der Begleitung von Kindern mit besonderen Bedarfen in Sprachlern-, Vorbereitungs- und Integrationsklassen unterstützen möchte.

Familienbesucherinnen gehen individuell auf die Familien ein

Viele geflüchtete Kinder, die mit ihren Eltern nach Deutschland kommen, haben gerade zu Beginn relativ wenig Kontakt nach außen. Das Programm „Willkommen mit Impuls“ möchte diese Familien, mit Kindern im Alter von 6 Monaten bis zur Einschulung, 12 Wochen lang unterstützen. Dafür kommt eine sogenannte Familienbesucherin einmal wöchentlich vorbei, um mit den Kindern zu spielen. Die Eltern werden miteinbezogen und dazu ermutigt, bis zum nächsten Treffen die Spiele mit den Kindern zu wiederholen.

Die ehrenamtliche Familienbesucherin spricht mit der Familie nur deutsch, spielerisch lernt so die ganze Familie neue Wörter. Erste Rückmeldungen, zum Beispiel aus Kaufbeuren, zeigen, dass das Programm sehr positiv aufgenommen wurde. Die Kooperationspartnerin Gerda Gradl erzählte: „Die Kinder haben einen riesigen Wissensdurst. Auch die Mütter wollen lernen. In der Familie A. aus Syrien gibt es neben der alleinerziehenden Witwe Galia noch die Großmutter Ferus, die sich aktiv einbringt. Alle sind supermotiviert. Und die sehr unterschiedlichen Arbeitsblätter im Lernprogramm helfen dabei, auf alle individuell einzugehen.“

Eltern werden miteinbezogen

Das Programm „IMPULS macht Schule“ richtet sich an geflüchtete sowie förderbedürftige Kinder im Einschulungsalter. Momentan befindet es sich in der Pilotphase in Bremen und Hamburg. 250 Schülerinnen und Schüler erhalten Unterstützung beim Sprach- und Schrifterwerb, sowie in Mathematik. Mit einem Set aus Anleitungsheften für die pädagogischen Fachkräfte sowie einem Kinder-Paket, bestehend aus vier Kinderbüchern und dazugehörigen Heften mit Arbeitsblättern, werden verschiedene Themen wie Heimweh, Ich-Identität, Wut und mögliche Bewältigungsstrategien bearbeitet. Im Hinblick auf die Schulvorbereitung werden gleichzeitig Zahlen, Farben, Formen, Sortieren, Vergleichen, Symbole und Buchstaben spielerisch eingeführt. Die Fachkräfte, die mit den Materialien arbeiten, erhalten durch den Verein IMPULS Stiftung Deutschland e.V. verschiedene Schulungen. Johanna Kus, Lehrerin an einer teilnehmenden Hamburger Grundschule: „Ich arbeite mit einer Vorschulklasse. Mehr als die Hälfte der Kinder braucht intensive Unterstützung beim Sprach- und Schrifterwerb. Umso wichtiger ist regelmäßige Förderung. Deshalb setzen wir das Material täglich ein, bis auf freitags. Dann können die Kinder die Materialien mit nach Hause nehmen und dort weiterbearbeiten. Sie machen das sehr gerne. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass sie dabei auch das Interesse der übrigen Familienmitglieder wecken. Die Materialien sind sehr kindgerecht, superansprechend. Das wirkt sich sofort auf die Motivation aus. Die Kinder sind im Übrigen sehr stolz darauf, ihre eigenen Bücher und Arbeitshefte zu haben.“
Wie bei allen Programmen von IMPULS geht es insbesondere darum, dass die Eltern miteinbezogen werden. So werden regelmäßige Eltern-Kind-Treffen veranstaltet und die Eltern in die Arbeit mit den Unterrichtsmaterialien vertraut gemacht.

Anliegen von Impuls Deutschland Stiftung e.V.

IMPULS möchte mit seinen verschiedenen Programmen Kinder zusammen mit ihren Familien unterstützen – unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem sozialen Hintergrund. Ein Anliegen ist es unter anderem, Mütter, Väter und weitere Erziehungsberechtigte in ihrer Kompetenz als erste und wichtige Lehrer ihrer Kinder zu stärken. IMPULS kooperiert mit Kommunen, Landesämtern und Netzwerken für Migration und Integration sowie mit Verbänden und Organisationen. Allein im vergangenen Jahr erreichte IMPULS 4.546 Kinder und deren Eltern.

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Kiron University

Geflüchtete, die in Deutschland ihr Studium fortsetzen oder beginnen wollen, haben die Möglichkeit mit Hilfe der Kiron University Online-Kurse zu besuchen.

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Lehrbaustelle Bebra

Sechs Monate können sich Geflüchtete in Bebra auf eine Ausbildung im Baugewerbe vorbereiten. Das Angebot beinhaltet praktische Übungen und fachspezifische Sprachkurse.

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