Jugendlicher Geflüchteter lehnt lächelnd an einer Wand

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Bundesweit

Jugendliche ohne Grenzen

Oft wird über das Schicksal junger Geflüchteter geredet. Dabei kommen die geflüchteten Kinder und Jugendlichen kaum selbst zu Wort. Der Verein „Jugendliche ohne Grenzen“ gibt ihnen seit 2005 eine Stimme und setzt sich für ihre Rechte ein.

Als Nevroz Duman mit 12 Jahren als Geflüchtete aus der Türkei nach Deutschland kam, ging es ihr wie vielen anderen, die auf der Flucht sind. Acht Jahre wohnte sie mit einer aufenthaltsrechtlichen Duldung in Deutschland und damit auch in ständiger Angst vor einer möglichen Abschiebung. Heute engagiert sich Nevroz für die Selbstorganisation junger Geflüchteter durch ihr Engagement bei Jugendliche ohne Grenzen. Bereits 2005 wurde die Initiative in Karlsruhe gegründet. Gegründet haben den Verein Jugendliche des Beratungs- und Betreuungszentrums für junge Flüchtlinge und Migranten (BBZ), der Flüchtlingsinitiative Brandenburg und der Jugendgruppe vom Grips Theater in Berlin. Heute besteht Jugendliche Ohne Grenzen aus jungen Flüchtlingen und ihren Freunden sowie Unterstützern im Alter von 16 bis 28 Jahren. Gemeinsam möchten sie jugendlichen Flüchtlingen ein Forum für ihre Meinungen und Anliegen bieten.

Vielbeachtetes Engagement bundesweit und regional

Wer eine eigene Stimme besitze, so Nevroz Duman, und für sich selbst spreche, der verlasse die oft von außen auferlegte Opferrolle und werde selbstbewusster. Eine Möglichkeit dafür bietet die Jugendkonferenz von Jugendliche ohne Grenzen. Diese tagt stets parallel zu den Innenministerkonferenzen. Die geflüchteten Jugendliche beziehen während der Konferenzen unter anderem Stellung zur aktuellen Flüchtlingspolitik. Außerdem vergeben die Jugendlichen einen eigenen Preis für ehrenamtliche Initiativen, welche junge Geflüchtete unterstützen. Vor allem auf lokaler Ebene engagiert sich Jugendliche ohne Grenzen beispielsweise durch Infoveranstaltungen, Teilnahme an verschiedenen Tagungen und Theateraktionen.

Im Rahmen dieser Aktionen setzt sich die Initiative für ihre Kernziele ein: Bildungsgerechtigkeit, bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und mehr Rechte für junge Geflüchtete. Dank ihres jahrelangen und vielbeachteten Engagements werden die Engagierten inzwischen auch von der Kultusministerkonferenz (KMK) zu Gesprächen eingeladen.. Das zeigt sich zum Beispiel in persönlichen Treffen zwischen den verschiedenen Bildungsministern und Vertretern von Jugendliche ohne Grenzen. Außerdem unterstützen viele Partner, wie das Deutschen Roten Kreuz, Pro Asyl oder das Deutsche Kinderhilfswerk den Verein. Trotz dieser Erfolge wünscht sich Jugendliche ohne Grenzen in Zukunft nicht mehr notwendig zu sein, um sich für die Rechte geflüchteter Kinder und Jugendlicher einzusetzen. Denn erst, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, haben sie ihre Ziele tatsächlich erreicht.

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