Gesprächssituation

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Gute Beispiele
Sachsen-Anhalt

refugium e.V.

Bereits seit 18 Jahren setzt sich der Magdeburger Vormundschaftsverein „refugium“ für die Interessen von Kindern und Jugendlichen mit Fluchthintergrund ein. Längst hat sich der Verein dabei als feste Größe in der Flüchtlingsarbeit des Landes Sachsen-Anhalt etabliert.

Was haben Angela Merkel, Amnesty International und der Verein refugium gemeinsam? Sie alle haben bereits den Menschenrechtspreis „Goldene Taube“ erhalten. Grund für die Auszeichnung war das jahrelange Engagement des Vereins für die Interessen unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. Seit beinahe zwei Jahrzehnten vermittelt Refugium nicht nur Vereinsvormundschaften an junge Geflüchtete, sondern kümmert sich auch um eine umfassende Personensorge in allen lebensnotwendigen Bereichen. Dabei geht es unter anderem um juristische Beratung, Sprachtraining und eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit. In dieser Funktion vermittelt der Verein unter Caritas-Trägerschaft zwischen Behörden, Schulen, dem Jugendamt und anderen kommunalen Einrichtungen.

Ehrenamtliches Engagement der Vereinsmitglieder

Die vielen ehrenamtlichen Vereinsmitglieder ermöglichen die umfassende Betreuung der geflüchteten Kinder. Der Vereinsvormund begleitet die jungen Geflüchteten beispielsweise zu Terminen bei der Ausländerbehörde, klärt sie während des Clearingverfahrens über ihre Rechte auf und führt Gespräche mit ihren Lehrern oder Erziehern in der Kita. Der Vormund trifft ebenfalls alle rechtsfähigen Entscheidungen für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, wie zum Beispiel über die Stellung des Asylantrages. Bei jeder dieser Entscheidungen steht das Wohl der zu betreuenden Kinder und Jugendlichen im Vordergrund. Zur umfassenden Betreuung gehören jedoch nicht nur Behördengänge. Der Verein bietet ebenso verschiedene Lernangebote an, betreut schulpflichtige Kinder bei den Hausaufgaben, organisiert Museumsbesuche oder besucht die Kinder und Jugendlichen in ihren Wohngruppen. Diese Aufgaben übernimmt nicht der Vereinsvormund, sondern die ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins. Mit ihren Engagement und ihrem fachlichen Know-how unterstützen sie entscheidend die Arbeit des Vormundes.

Lob vom Bundespräsidenten

Seit seiner Gründung im Jahr 1997 hat refugium mehr als 240 junge Flüchtlinge aus über 40 Ländern betreut. Die Vorsitzende Monika Schwenke ist von Anfang an mit dabei und hat die Vereinsarbeit entscheidend mitgeprägt. Ihr langjähriges Engagement für das Wohl junger Geflüchteter, welches sie nicht nur im Namen von refugium ausübt, war der Anlass für eine ganz besondere Ehrung. Bundespräsident Joachim Gauck zeichnete Frau Schwenke im Oktober 2014 mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Dies und der anschließende Besuch des Bundespräsidenten beim Magdeburger Vormundschaftsverein unterstreicht die wichtige und vorbildhafte Arbeit des Vereins. Neben Refugium gibt es eine Vielzahl von Vereinen in Deutschland, die Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge übernehmen. So zum Beispiel lifeline in Schleswig-Holstein oder die Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt in Stuttgart.

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