Willkommen konkret

© DKJS

Gute Beispiele
Berlin

Willkommen KONKRET

Gemeinsam für die Jüngsten. „Willkommen KONKRET– Berliner Bündnis für Kinder geflüchteter Familien“ setzt sich für den fairen und gerechten Bildungszugang von jungen Geflüchteten unter sechs Jahren ein. Eine Idee, die Vorbildcharakter hat.

Anlass für die Gründung des Bündnisses Willkommen Konkret war eine gleichermaßen simple, wie pragmatische Frage: Was kann und muss man konkret tun, damit das Recht auf Bildung, Erziehung und Betreuung für alle Kinder mit Fluchterfahrung in Berlin realisiert werden kann? Aus Sicht der Initiatorinnen Christa Preissing, Direktorin des Berliner Kita-Instituts für Qualitätsentwicklung (BeKi), Petra Wagner, Leiterin des Instituts für den Situationsansatz (ISTA) in der Internationalen Akademie Berlin für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie gGmbH (INA) und der freiberuflichen Kreativpädagogin Dorothee Jacobs wurde dieser Leitfrage bisher jedoch zu wenig Beachtung geschenkt. Denn die Diskussion um die Schaffung von Bildungszugängen für geflüchtete Kinder beschränkt sich nach ihrer Beobachtung größtenteils auf die schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen. Daher arbeiten die drei Frauen seit Januar 2015 mit anderen engagierten Menschen aus der pädagogischen Praxis und Theorie, Beratung, Therapie und der kommunalen Verwaltung kontinuierlich bei Willkommen Konkret zusammen, um gemeinsam Antworten auf diese Frage zu finden.

Klare Forderungen, die Gehör finden

Ausgehend von dem Grundsatz, dass alle geflüchteten Kinder in erster Linie Kinder sind, entwickelte das Bündnis seine Positionen. Zu denen gehören unter anderem, dass über die Lebensverhältnisse und –erfahrungen der jungen Geflüchteten zu wenig gesichertes Wissen existiert. Hier will Willkommen Konkret Aufklärungsarbeit leisten, um Vorurteilen und Stereotypen entgegenzuwirken. Ein anderer Standpunkt ist die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit den Familien der geflüchteten Kinder. Denn nur wer die Familien unterstützt, davon ist das Bündnis überzeugt, kann auch die Kinder erfolgreich stärken. Um wichtige Entscheidungsträger unter anderem aus Kommunalverwaltung, Landespolitik sowie Forschung und Wissenschaft von ihren Ansichten zu überzeugen, stellt Willkommen Konkret klare Forderungen an diese Personen. Zum einen sollen bürokratische Hürden abgebaut werden, um Kitas dabei zu unterstützen, junge Geflüchtete aufnehmen zu können. Zum anderen sollen Dolmetscher unkompliziert zur Verfügung gestellt und Möglichkeiten zur interkulturellen Mitarbeiterschulung geschaffen werden, um das Gespräch mit den Eltern der Kinder und den Kindern selbst zu erleichtern. Außerdem ist es aus Sicht des Bündnisses notwendig, dass Berliner Betreiber von Gemeinschaftsunterkünften, das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) und die Jugendhilfe auf Grundlage gemeinsamer Standards kooperieren. Alle weiteren Forderungen lassen sich im Positionspapier von Willkommen Konkret nachlesen.

Fachlicher Austausch und Vernetzung

Einmal monatlich kommt das interdisziplinäre, unabhängige Bündnis zusammen und tauscht sich über Erfahrungen und Lösungsansätze aus. Dieser Arbeitsweise kommt zugute, dass Personen aus allen wichtigen Bereichen gleichzeitig an einem Tisch sitzen. Hier kommt zum Beispiel die Erzieherin mit dem Jugendamt, verschiedenen Kita-Trägern und anderen wichtigen Entscheidungsträgern in den direkten Austausch. So werden nicht nur Netzwerke gebildet, sondern erste Vereinbarungen können auf diese Weise auch schnell getroffen werden. Wer an einer Zusammenarbeit mit Willkommen Konkret interessiert ist, kann sich beim Berliner Bündnis melden. Jeder ist willkommen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen: Allen Kindern mit Fluchtgeschichte in Berlin den Besuch einer Kita zu ermöglichen.

Gute Beispiele