Kommune

Bericht zur Wohnsituation junger Geflüchteter in Deutschland

Der vom Bundesverband unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge (BumF) herausgegebene Bericht wurde vom Deutschen Komitee für UNICEF in Auftrag gegeben. Ausgehend von diesem Bericht soll im Anschluss eine umfassende Studie über die Lebenssituation von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Not-, Erstaufnahme- und Gemeinschaftsunterkünften entstehen.

Auswirkungen neu beschlossener Gesetze

Bereits die von UNICEF 2014 herausgegebene Studie „In erster Linie Kinder“ stellte fest, dass der Schutz geflüchteter Kinder und Jugendlicher nicht in allen deutschen Unterkünften ausreichend gesichert ist. Die aktuelle Publikation untersucht, inwiefern sich die Situation junger Geflüchteter in Deutschland 2015 verändert hat. Aus Sicht der Autoren bedeuten nicht alle neu beschlossenen Gesetze eine Verbesserung der Lage von jungen Geflüchteten. Vielmehr sehen sie an einigen Stellen deutliche Handlungsspielräume: wie zum Beispiel in der Verlängerung der Aufenthaltspflicht für Geflüchtete in Erstaufnahmeeinrichtungen. Dort sollen auch geflüchtete Kinder und Jugendliche bis zu sechs Monaten leben. Vorher war der Aufenthalt auf drei Monate beschränkt. Aber es gibt laut dem Bericht ebenso positive Veränderungen: beispielsweise der frühere Zugang zu BAföG und Berufsausbildungshilfe sowie die Stärkung des Bleiberechts für geduldete Geflüchtete, die zum Beispiel eine Ausbildung begonnen haben. Ebenso schätzen die Autoren die für 2016 geplanten Gesetzesvorhaben ein.

Berichte aus der Praxis

Der zweite Teil des Berichts beschäftigt sich eingehend mit der derzeitigen Wohnsituation junger Geflüchteter in Deutschland. Dazu hat der BumF die Landesflüchtlingsräte, Migrationsreferenten der Wohlfahrtsverbände und verschiedene Mitarbeitende der Flüchtlingsarbeit befragt. Außerdem wurden mehrere Notunterkünfte besichtigt. Dabei wurde beispielsweise festgestellt, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge häufig unerkannt in Not- und Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht werden. Gerade unbegleitete Kinder und Jugendliche benötigen jedoch besonderen Schutz. Um den erforderlichen Kinderschutz zu sichern, bedarf es, so der Bericht, einer besseren Zusammenarbeit zwischen Sozialarbeitern vor Ort, Clearingstellen sowie Jugend- und Sozialämtern. Weitere Themen, die besprochen werden, sind unter anderem: Kindeswohlgefährdungen, Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Statistiken zu jungen Geflüchteten

Der letzte Teil des Berichts listet 2015 erhobene Zahlen in Bezug auf Einreise, Asylanträge und Aufenthaltsstati von jungen Geflüchteten auf. Demnach sind im gesamten Jahr .2015, laut EASY-Statistik, 1.091.894 Menschen nach Deutschland geflüchtet. Die Autoren schätzen, dass davon über 600.000 unter 25 Jahre alt sind und in etwa 36.000 unbegleitete Minderjährige. Des Weiteren informieren die Statistiken über die Anzahl der gestellten Asyl-Erstanträge und die jeweiligen Entscheidungen darüber.

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