Schule

Bildungspartnerschaften zwischen Museen und Schulen

In der engen Zusammenarbeit mit den drei sehr unterschiedlichen Partnerschulen hat das Team des Jüdischen Museums Berlin viele Erfahrungen gesammelt. Im Folgenden haben wir hier einige Empfehlungen aus dem Programm zusammengestellt. Diese Empfehlungen können es Museen im Alltagsbetrieb erleichtern, die Zusammenarbeit mit Schulen zielführend und bereichernd umzusetzen. Schulen können die Empfehlungen zum Beispiel nutzen, um Kooperationspartner entsprechend auszusuchen.

Wozu eine langfristige Bildungspartnerschaft zwischen Museen und Schulen?

Museen sind Lern- und Begegnungsorte, die Pädagoginnen und Pädagogen darin unterstützen, Wissensvermittlung kreativ und individualisierend zu gestalten.

Führungen, Workshops und ähnliche kurzzeitpädagogische Angebote bilden das klassische Repertoire der Bildungsarbeit eines Museums mit Schülerinnen und Schülern. Möchte man seine Themen allerdings vertiefend behandeln und Schülern, Lehrern und anderen Pädagogen mehr Möglichkeiten eröffnen, bieten sich mittel- und langfristig angelegte Formate an.

Eine dauerhafte, auf drei oder vier Jahre angelegte Kooperation bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich. Dabei entsteht eine „win-win“-Situation:

  • Museum und Schule lernen einander gut kennen, es bauen sich Vertrauensbeziehungen auf und beide Seiten wissen, wie die jeweils andere Institution arbeitet.
  • Die Schule kann feststellen, wie die thematischen Angebote des Museums am besten zu ihrem Profil, dem Curriculum und zu den Rahmenlehrplänen passen, und das Museum kann seine pädagogischen Angebote passgenau zuschneiden.

Zudem profitieren Museen wie auch andere kulturelle Einrichtungen und Initiativen von der Vertiefung der kulturellen Bildung an Schulen:

  • Sie tragen zur Bildung des Publikums von morgen (Audience Development) bei.
  • Sie können sich langfristig zu einem partizipativen Museum weiterentwickeln, dessen Publikum die Ausstellungen mitgestaltet.
  • Sie erreichen Jugendliche, deren Familien keine Museen besuchen, und tragen so zu ihrer eigenen interkulturellen und sozialen Öffnung bei.

Warum „Vielfalt“ und „interkulturelle Öffnung von Schulen“?

Im Jüdischen Museum Berlin entwickelte sich die Idee, ein Schulprojekt zu Vielfalt beziehungsweise Migration und Bildungsungleichheit umzusetzen, im Zuge der Erweiterung der Akademie um den Programmschwerpunkt Migration und Diversität. Bei einem Jüdischen Museum scheint der Bezug zu Vielfalt und Diskriminierungskritik auf der Hand zu liegen; aber auch für ein Museum, das die Geschichte der Kommunikationsmedien oder eine naturhistorische Sammlung präsentiert, gibt es Anknüpfungspunkte.

Unsere Erfahrung ist, dass es notwendig ist, eigene Verständnisse und Positionen in Bezug auf die aktuellen migrationspolitischen und -pädagogischen Diskurse zu klären und dabei auch die bildungspolitischen Programme der Schulverwaltung im eigenen Bundesland in den Blick zu nehmen.

Jedes Museum muss seinen eigenen Zugang zur Migrations-, Vielfalts- und (Anti)-Diskriminierungsthematik bestimmen, um einer Schule ein gutes Angebot machen zu können:

  • Möchte man direkt inhaltlich daran arbeiten (z. B. Module „Diversität in der Jugendliteratur“ und „Antisemitismus in Sozialen Medien“)?
  • Geht es um einen eher mittelbaren Weg (z. B. Modul „Schüler machen eine Ausstellung im Museum“)?
  • Will man Hintergrundwissen vermitteln und/oder eigene Haltungen und Positionierungen reflektieren (z. B. durch eine theoretische Fortbildung zur Migrations-, Vielfalts und (Anti-)Diskriminierungsthematik und/oder durch die gemeinsame Teilnahme an Diversity Trainings).

Zentral ist, am Gegenstand und den Themen des eigenen Hauses, der Ausstellung, der Sammlung, der Veranstaltungen anzuknüpfen. Dies schont die Ressourcen und gewährleistet die fachliche Tiefe der thematischen Aktivitäten.

Autoren: Mitarbeiterinnen im „Vielfalt in Schulen“-Team

Mitarbeiterinnen im „Vielfalt in Schulen“-Team
bei der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung sowie beim Jüdischen Museum Berlin

Vielfalt in Schulen

"Vielfalt in Schulen" ist ein Projekt des Jüdischen Museums in Berlin in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder und Jugendstiftung und der Stiftung Mercator. In dem Programm wurden Lehrer und Lehrerinnen verschiedener Fachrichtungen und andere Pädagoginnen an weiterführender Schulen durch Lehrerfortbildungen und eine prozessbegleitende Schulberatung bei ihrer interkulturellen Öffnung begleitet. Die Lehrkräfte reflektierten ihre professionelle Haltung und setzten sich kritisch mit diskriminierenden Alltagssituationen und Lehrmaterialien auseinander.

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