Kommune

Empfehlungen zur Alterseinschätzung junger Geflüchteter

Die Alterseinschätzung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zählt zu den wichtigsten Entscheidungen bei ihrer Ankunft. Denn nur wer als minderjährig eingeschätzt wird, kann vom Jugendamt in Obhut genommen werden. Noch gibt es keine bundesweiten Standards für diesen Prozess. Aber gute Empfehlungen sind bereits jetzt vorhanden.

 

In Bezug auf unbegleitete junge Geflüchtete stellt die Alterseinschätzung durch das Jugendamt eine erste zentrale Aufgabe dar. Der „Bundesfachverband Unbegleiteter Minderjähriger Flüchtlinge“ (B-UMF) schreibt in diesem Kontext von einer der schwierigsten und folgenreichsten Entscheidungen im Ankommensprozess junger Geflüchteter. Die Aufgabe ist deshalb schwierig, da die jungen Geflüchteten häufig weder Ausweispapiere noch andere Dokumente mit sich führen, aus denen ihr Alter übernommen werden könnte. Damit steht das Jugendamt im Rahmen des Clearingverfahrens vor der Aufgabe zu entscheiden, ob die ankommenden Jugendlichen noch minderjährig sind. Denn nur dann können die Inobhutnahme und alle weiteren Unterstützungsmaßnahmen wie Bereitstellung einer Unterkunft, Zugang zu Bildung oder die Unterstützung durch einen Vormund erfolgen. Insofern hat die Entscheidung für die jungen Flüchtlinge weitreichende Auswirkungen und sollte nicht leichtfertig getroffen werden.

Keine Standards, aber gute Empfehlungen

In ihren Handlungsempfehlungen macht die „Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter“ (BAGLJÄ) deutlich, dass „eine exakte Bestimmung des Lebensalters weder auf medizinischem, psychologischem, pädagogischem oder anderem Wege möglich“ ist. Alle vorhandenen Verfahren, so die BAGLJÄ, können lediglich Näherungswerte liefern und die so vorgenommenen Schätzungen des Alters bewegen sich in einem Graubereich von ungefähr ein bis zwei Jahren. Bundesweite Standards für ein einheitliches Verfahren gibt es jedoch nicht. Für Fachkräfte, die für die Alterseinschätzung junger Geflüchteter verantwortlich sind, gibt es dennoch gute Empfehlungen. Mit den Handreichungen des B-UMF und der BAGLJÄ liegen Materialien vor, welche die langjährige Erfahrung zahlreicher Fachleute allgemein zugänglich machen. Neben Erläuterungen zu pädagogischen Verfahren der Alterseinschätzung finden sich vor allem in der Broschüre des B-UMF Checklisten und Hinweise zur Berücksichtigung von Aspekten des Kinderschutzes und der Kinderrechte, die gerade für eine so schutzbedürftige Gruppe wie junge Flüchtlinge eingehalten werden müssen.

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