Kommune

Geflüchtete Frauen entwickeln Ideen für Beschwerdemanagement in Berlin

Mit dem Ziel da bestehende Beschwerdemanagement in Berlin zu verbessern, haben sich geflüchtete Frauen zusammengeschlossen und die Gruppe „Monitoring Group Berlin“ gegründet. Damit ist sie die erste und bisher einzige selbstorganisierte Initiative von geflüchteten Frauen, die sich für die Etablierung eines Beschwerdemanagements einsetzt.

Entstanden ist die Monitoring Group aus einer Initiative geflüchteter Frauen in einer Unterkunft in Berlin Pankow. Anfang des Jahres hat die Gruppe gemeinsam mit Akteuren aus der Senatsverwaltung Berlin, dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), den Bezirken, NGO´s und Heimbetreibern an Handlungsvorschläge zur Erweiterung des bestehenden Beschwerdemanagements in Berlin gearbeitet.

Ideen für ein Berlinweites Beschwerdemanagement

„Ein gutes Beschwerdemanagement braucht aus unserer Sicht unbedingt eine dezentrale und unabhängige Ausrichtung. Dafür ist unter anderem die Erweiterung der Beschwerdemöglichkeiten wichtig. Wir haben dazu bereits gute Ideen in unserem Konzept eingebracht“, sagt Annika Seibt. Sie ist Heilerziehungspflegerin, Hebamme und ein Mitglied der Monitoring Group. Außerdem arbeitete sie in Jahren 2015 und 2016 als Sozialarbeiterin in einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin Pankow. Eben der, in der sich die Initiative geflüchteter Frauen gründete, dessen Kern sich in der Monitoring Group engagiert.

Zu den Ideen der Monitoring Group gehören unter anderem ein standardisiertes Protokoll zur Dokumentation von Beschwerden sowie mobile Teams, die in den verschiedenen Einrichtungen vor Ort Beschwerden aufnehmen und Geflüchtete über die vorhandenen Beschwerdemöglichkeiten aufklären. Zudem sei es auch ein guter Weg mehrere Kommunikationskanäle wie Sprechstunden, Telefonberatung oder Nachrichten über mobile Geräte einzurichten. „Bei allen Möglichkeiten ist die Gewährleistung der Anonymität oberstes Gebot. Natürlich ist auch ein mehrsprachiges Angebot unabdingbar“, berichtet die Hebamme.

Zusammenarbeit mit Berliner Senatsverwaltung

„Für das Gelingen ist die Kooperation mit verschiedenen Partnerinnen und Partnern aus der Verwaltungsebene total wichtig“, sagt Seibt. „Wir haben beispielsweise mit Mitarbeitenden aus den Bezirken dem Senat, vom LAF, von NGOs, der Berliner Jugendämter sowie Leiterinnen und Leitern von Flüchtlingsunterkünften zusammengearbeitet. Das war im Zuge unserer Arbeit in einer Fachgruppe zur Erarbeitung einer Gesamtkonzeption für die Integration und Partizipation von geflüchteten Menschen in Berlin.“ Der entstandene Kontakt zur Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales und der gemeinsame, regelmäßige Austausch ist, laut Annika Seibt, für die Arbeit der Monitoring Group ein erster Erfolg. „Wir haben das Gefühl, dass der Senat die Relevanz erkennt und ein Interesse an der Verbesserung der derzeitigen Situation hat“, erzählt Seibt.

Erfahrungen aus bestehenden überregionalen Modellen nutzen

„Unsere Ideen sind nicht im luftleeren Raum entstanden“, sagt Annika Seibt. „Mithilfe von anderen Initiativen wie der Frauenhauskoordinierung und dem Flüchtlingsrat Berlin haben wir uns in anderen Bundesländern umgeschaut, die bereits gute Erfahrungen mit Systemen zur Aufnahme und Weiterleitung von Beschwerden gemacht haben.“ So zum Beispiel auch in Nordrhein-Westfalen. Ende 2015 wurde dort ein Konzept für ein Beschwerdemanagement in Flüchtlingsunterkünften verabschiedet. Dieses sieht drei Bestandteile vor: dezentrale Beschwerdestellen in allen Landesunterkünften, eine überregionale Koordinierungsstelle und ein runder Tisch im Ministerium für Inneres und Kommunales, an dem Vertreter der dezentralen Stellen, der überregionalen Koordinierungsstelle und der zentralen Ausländerbehörde teilnehmen. Mehr dazu können Sie im Artikel über das Beschwerdemanagement in NRW lesen.

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie auf Anfrage von der Monitoring Group. Dazu melden Sie sich bitte bei: Monitoring Group, Zukunftswerkstatt Heinersdorf, Romain Rolland Str. 112, 13089 Berlin. (Ansprechpartnerin: Annika Seibt / Mail: Monitoringgroup2015[at]gmail.com)

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