Jugendarbeit und Ehrenamt

Im Ehrenamt richtig versichert

In der Regel sind ehrenamtlich Engagierte bei Unfall und gegen Schadenersatzansprüche versichert. Jedoch müssen fünf Merkmale erfüllt werden, um von einem Ehrenamt sprechen zu können: Die Tätigkeit ist freiwillig und unentgeltlich, wird kontinuierlich und auf organisierte Weise ausgeübt und kommt anderen zugute.

Für ehrenamtlich Tätige sind vor allem zwei Versicherungen wichtig:

 

  • Unfallversicherung: Sie schützt gegen finanzielle Folgen von Unfällen, die dem Ehrenamtlichen zustoßen.
  • Haftpflichtversicherung: Sie schützt gegen finanzielle Folgen von Schäden, die Ehrenamtliche anderen zufügen.

Die Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung kommt ausschließlich für Personenschäden auf, die einem selbst zustoßen. Die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung übernimmt der jeweilige Arbeitgeber. Nach diesem Prinzip sind auch die meisten Unfälle von Ehrenamtlichen gesetzlich abgesichert. Bei einem Sturz etwa zahlt die gesetzliche Unfallversicherung nur dann, wenn sich der Unfall im direkten Zusammenhang mit der Tätigkeit im Ehrenamt ergeben hat oder sich der Versicherte auf dem Hin- oder Rückweg zur ehrenamtlichen Tätigkeit befand.

Jedoch sind nicht alle ehrenamtlich tätigen Personen kraft Gesetz unfallversichert. Damit sich auch bürgerschaftlich Engagierte in Nachbarschaftshilfen, Selbsthilfegruppen oder in kleinen, rechtlich unselbstständigen Bürgerinitiativen der solidarischen Unterstützung in Schadensfällen sicher sein können, haben viele Bundesländer eine pauschale Unfallversicherung mit verschiedenen Anbietern abgeschlossen. Eine zusätzliche private Unfallversicherung bietet höhere Leistungen an.

Um sicherzugehen, ob und wie Freiwillige versichert sind, sollten Ehrenamtliche unbedingt beim Organisator nachfragen, für den sie sich engagieren – am besten schon im Voraus.

Die Haftpflichtversicherung

Eine gesetzliche Haftpflichtversicherung für das Ehrenamt gibt es nicht. Die Ehrenamtlichen sollten im Zweifel immer nachfragen, ob sein Verein sie privat haftpflichtversichert hat. Die meisten Bundesländer haben jedoch eine private Sammelversicherung für ihre Ehrenamtlichen abgeschlossen. Diese kommt dann zum Tragen, wenn keine andere Haftpflichtversicherung greift.In jedem Fall gilt: Die Freiwilligen haften selbst, wenn sie einen Schaden grob fahrlässig oder vorsätzlich verursachen. Grob fahrlässig handelt ein Helfer, wenn er offensichtliche Folgen seines Handelns nicht bedenkt, aber nicht gewollt herbeiführt – er etwa versehentlich über eine rote Ampel fährt.

Leicht fahrlässiges Verhalten dagegen wäre, wenn der Helfer ohne die nötige Sorgfalt handelt. Verletzt er dabei einen anderen Menschen oder zerstört etwas, kann er sich von Schadenersatz¬ansprüchen freistellen lassen. Das bedeutet, dass der Träger den Schaden im Endeffekt allein tragen muss. Vereine, Verbände und Stiftungen sollten daher unbedingt eine Haftpflicht¬versicherung abschließen.

Weitere Versicherungen

Nutzt jemand im Rahmen des Ehrenamtes seinen privaten PKW, kann er sich durch den Abschluss einer Dienstrahmenversicherung (auch Dienstreisekaskoversicherung oder Rabattverlustsicherung) zusätzlich absichern. Die Versicherung kommt für Schäden am eigenen Auto auf und ersetzt gegebenenfalls auch einen Rabattverlust. Eine Rechtsschutzversicherung kommt in Betracht, wenn ein Ehrenamtlicher selbst Ansprüche gegenüber Dritten geltend machen muss.

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