Jugendarbeit und Ehrenamt

Sommerwerkstatt in Olpe: „Damit morgen besser wird als heute.“

Gemeinsam mit dem Kommunalen Integrationszentrum Olpe hat das Servicebüro Köln von „Willkommen bei Freunden – Bündnisse für junge Flüchtlinge“ eine Sommerwerkstatt für minderjährige geflüchtete Jugendliche geplant und durchgeführt. Welche Wünsche habe ich an die Zukunft? Was mache ich besonders gerne? Und was kann ich besonders gut? Mit diesen und anderen Themen haben sich 40 junge Geflüchtete einen ganzen Tag gemeinsam mit ihren Betreuern und pädagogischen Fachkräften im Kreis Olpe in dem Workshop künstlerisch und kreativ auseinandergesetzt.

Genau wie alle Jugendliche haben junge Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, Wünsche und Erwartungen an ihre Zukunft. Dabei spielen Teilhabe an der Gesellschaft, Sicherheit, Integration, aber auch schulische und berufliche Perspektiven eine wichtige Rolle. Die Sommerwerkstatt hat ihnen die Möglichkeit gegeben in entspannter Atmosphäre auf ihre eigene Persönlichkeit und ihre Talente zu schauen. Dabei ging es sowohl um die individuelle Situation, aber auch darum, was die Jugendlichen gemeinsam in ihren Einrichtungen und im Alltag tun können, um ihre Situation konkret zu verändern.

So haben sie ihre Umrisse auf große Papierbögen gemalt und sich danach gefragt, was alles in ihnen steckt. Einer der Jugendlichen hat an seine Füße einen Ball gemalt, im Bereich des Herzen seine Familie und rund um seinen Kopf kreisen Gedanken um seine Zukunft.
Ob in den Bereichen Politik, Journalismus, Musik, Sport oder eigenes Engagement, die unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten haben eigene Ideen und Vorstellungen. Drei Teilnehmer wollen zum Beispiel ihre eigene Band gründen, Rap ist ihr Musikstil. Durch Gespräche und Austausch mit erwachsenen Betreuerinnen und Begleitern erfuhren sie von einem Proberaum in einem Jugendzentrum in ihrer Nähe. Direkt am nächsten Montag wollen sie dort vorbeischauen.

Andere Jugendliche wollen sich selbst ehrenamtlich im sozialen Bereich engagieren. Sie möchten etwas von der Unterstützung, die sie seit ihrer Ankunft in Deutschland bekommen haben, zurückgeben. Das Thema Ausbildung spielt ebenfalls eine große Rolle für die Jugendlichen. Daher haben einige von ihnen den Tag genutzt, um mehr über Ausbildungsmöglichkeiten zu erfahren. Zudem konnten sie direkt vor Ort Beratungstermine mit dem Jugendmigrationsdienst vereinbaren.

Im Vorfeld haben sich die teilnehmenden Fachkräfte sowie Pädagoginnen und Pädagogen aus der Verwaltung, von freien Trägern und Einrichtungen für unbegleitete minderjährige Geflüchtete eng abgestimmt. Wichtig war es hierbei, die Wünsche der Jugendlichen nicht nur zu hören, sondern den Betreuerinnen und Betreuern einen Raum zu geben, über Möglichkeiten, diese Wünsche in ihrer täglichen Praxis umzusetzen, zu sprechen. Für die erwachsenen Begleiter und Betreuer der jungen Geflüchteten bot die Sommerwerkstatt daher eine gute Möglichkeit zum einen die Bedarfe, Wünsche und Ideen der Jugendlichen im direkten Gespräch zu erfahren. Zum anderen konnten sie sich untereinander zu den Ideen der Jugendlichen und ihren eigenen Praxiserfahrungen austauschen.

Ein Jugendlicher hat seine Wünsche für eine gute Zukunft eindrucksvoll und prägnant zusammengefasst: „Damit morgen besser wird als heute.“

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